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ROETGEN Wappen
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Lokales

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons gelangte das Gebiet mit der späteren Rheinprovinz durch Beschluß des Wiener Kongresses am 15. April 1815 an Preußen. Im Jahre 1816 schlossen sich die selbständigen Gemeinden Roetgen und Rott zur Bürgermeisterei zusammen. Die selbständige Bürgermeisterei Zweifall, wozu Mulartshütte gehörte, wurde später ebenfalls von Roetgen aus mitverwaltet. 1934 bildeten die drei selbständigen Gemeinden Roetgen, Rott und Zweifall das Amt Roetgen.

Der von Napoleon 1809 aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen begonnene Ausbau der heutigen B 258 wurde unter preußischer Herrschaft 1816 - 1818 beendet.

Am 1.7.1885 wurde Roetgen an das Eisenbahnnetz Aachen - St. Vith, angeschlossen. 1909 wurde mit dem Bau der Dreilägerbachtalsperre begonnen. Das Wasser dieses Baches und sein 11 qkm großes Niederschlagsgebiet wurden am Fuße des Struffelt durch den Bau der Sperrmauer gestaut. Weite Teile des Kreises und der Stadt Aachen wurden von der unterhalb der Mauer liegenden Filteranlage mit Trinkwasser versorgt.

Am 15.9.1926 wurde die Dreilägerbachtalsperre durch einen Stollen mit dem Obersee der Rurtalsperre verbunden. Die Bauzeit für den Stollen betrug 21 Monate. Die Staumauer wurde in den Jahren 1990-1993 saniert und zu diesem Zweck die Talsperre entleert. Durch die Abtretung der Kreise Eupen und Malmedy an Belgien nach dem 1. Weltkrieg wurde Roetgen Grenzort. Besonders die Verkehrsverbindung zu den übrigen Orten des Kreises wurde problematisch, die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde war in Frage gestellt.

Am 12. September 1944 um 14.30 Uhr marschierten die Amerikaner, über Petergensfeld kommend, in Roetgen ein. Es war "die erste deutsche Stadt", die von den Amerikanern eingenommen wurde - so berichtete die New York Times am 14.9.1944. Herr Schleicher aus Roetgen wurde von den Amerikanern zum Bürgermeister ernannt.

Bereits im Jahre 1969 schlossen sich die noch selbständigen Gemeinden des Amtes Roetgen freiwillig zu einer Gemeinde zusammen. Durch die kommunale Neugliederung des Aachener Raumes wurde 3 Jahre später - am 1. Januar 1972 - die erneute Änderung vorgenommen. Im Gegensatz zur allgemeinen Vergrößerung von Städten und Gemeinden wurde die bereits bestehende Gemeinde Roetgen durch Abtretung der Ortschaft Zweifall ohne Mulartshütte an die Stadt Stolberg verkleinert. Dies lag jedoch weniger an der jetzigen Struktur der Gemeinde als an ihrer geographischen Lage, wonach eine Zuordnung nach Süden oder Norden nicht günstig erscheint.

Seit dem 1.1.1972 bilden die Ortschaften Roetgen, Rott und Mulartshütte die Gemeinde Roetgen. Um die Funktionen, die ihr als Naherholungsgebiet im Landesentwicklungsplan zugewiesen sind, besser erfüllen zu können, kam die Landesregierung am 1.1.1974 dem Wunsch der Gemeinde nach, indem sie aus Anlaß der Grenzregulierung die Ortsteile Münsterbildchen und Rotterdell der Gemeinde zuordnete.

Die Gemeinde Roetgen umfaßt heute ein Gebiet von 39,18 qkm. Die außerordentliche Beliebtheit der Gemeinde Roetgen als Wohnort macht die Entwicklung ihrer Einwohnerzahl deutlich: 1970: 4799, 1988: 6567, 1990: 7342, 1995; 7900, 1997: 8100 Einwohner. Partnergemeinden sind seit dem Jahre 1975 die Gemeinde Wervicq-Sud in Frankreich und seit dem Jahre 1990 die Gemeinde Neumark im Vogtland.


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